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4 Tipps fürs Home-Living

Aka wie eine extrovertierte Persönlichkeit mit Overthinking-Tendenzen während dieser seltsamen Zeit in den eigenen vier Wänden lebt und arbeitet.

Mein letzter „normaler“ Tag im Büro am Sprachenzentrum fing schon ziemlich stressig an. Während meiner Mittagspause kam die Meldung, dass die Universitäten in Österreich auf Home-Learning umstellen müssen. Schnell zurück vor den Computer hieß es – wir müssen unsere Kursteilnehmer*innen darüber informieren, unsere Webseite aktualisieren und unsere Social-Media-Kanäle updaten.

Am folgenden Tag im Büro spürte ich schon alle möglichen Schmerzen. Innerhalb weniger Stunden hatten wir unser gesamtes Kursangebot auf Distanzunterricht umgestellt. Lehrer*innen, Teilnehmer*innen und auch wir in der Administration standen vor vielen neuen Herausforderungen. Wir überschlugen uns mit Online-Einschulungen, Home-Office-Vorbereitungen und ausschließlich telekommunikativer Kundenbetreuung.

Währenddessen verschlimmerten sich meine Rückenschmerzen und ich verzog mich nach Hause. Die ersten Tage daheim waren wirklich bizarr und alles fühlte sich chaotisch an. Meine Schmerzen verschlimmerten sich enorm. Meine Kollegin riet mir, mich mit Arbeit abzulenken. So tat ich es und jetzt nach mehr als 3 Wochen daheim, kann ich euch folgende Tipps ans Herz legen.


1. Office-Socializing

Mit den Kolleg*innen, mit denen ich am Sprachenzentrum eng zusammenarbeite, habe ich eine WhatsApp-Gruppe gegründet, damit wir am Laufenden bleiben und untereinander gut informiert sind.

Gelegentlich werden auch aufgeregte Sprachnachrichten verschickt – letztendlich wollen wir ja nicht, dass das Bürogefühl zu kurz kommt.


2.  Arbeiten - aber nicht überarbeiten

Anfangs hatte ich das Gefühl von 8 bis 23 Uhr nur zu arbeiten. Ich saß den ganzen Tag vor meinem Laptop, klinkte mich im Server ein und versuchte,  alles mitzubekommen, was passierte.

Mittlerweile habe ich eine Struktur gefunden, die mir Halt gibt.

Ich stehe um 7 Uhr auf – gehe eine gute Runde spazieren, mache mir dann zu Hause einen aufmunternden Espresso und fange anschließend mit meiner Arbeit an. Pünktlich um 12 Uhr haben wir unsere Redaktionssitzung und planen die nächsten Beiträge.

Nach der erledigten Arbeit wird in der Online-Admin-Gruppe „Baba, Ciao und Pfiat‘di“ gesagt, danach logge ich mich aus und stelle meinen Laptop weg - auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, sonst nichts Besseres zu tun zu haben.


3. Gewohnheiten weiterleben und Neues wagen

Ich vermisse das tägliche Rausgehen, meine Freunde, die Spielabende, Kino- und Ausstellungsbesuche sehr. Auch meine Arbeit in der Kulturbranche geht mir ab.

Jetzt ist aber Umdenken angesagt. Es gibt schon wieder so vieles zu entdecken, wie zum Beispiel die Aktion von Zoommuseum für Kinder, wo man eigene Kunstwerke einreichen kann: https://www.kindermuseum.at/zoom_programm/zoom_selber_machen

Das abgesagte Grazer Filmfestival Diagonale zeigt viele Filme online: https://www.diagonale.at/
und das Belvedere bietet online Kurzführungen an: https://www.belvedere.at/digital

Auch ich organisiere mit meinen Freunden wöchentlich ein Online-Pubquiz und bin sogar fleißig am Bloggen, was ich unter normalen Umständen wohl ziemlich sicher nicht getan hätte. 

Zum Glück habe ich eine Kollegin, die mir dabei hilft, meine vielen Ideen zu konkretisieren. Hier geht es zum Beitrag 5 Tipps fürs Lernen und Arbeiten von daheim, der mich motiviert hat, an einem Samstagabend diesen Beitrag zu schreiben.

Apropos Ideen: Spoiler alert!
In der kommenden Karwoche gibt es bei uns eine aufregende Ostereiersuche in vielen Sprachen. Zu gewinnen gibt’s dabei einen von 5 Sprachkursen.
#staytuned

4. Und nicht zuletzt ... Nicht in negative Gedanken reinkippen!

Leichter gesagt als getan, aber das Wichtigste ist, sich auf das Positive zu fokussieren.

Auch mich überkommt fast täglich noch ein breites Spektrum an Gefühlen; von Übermotivation bis zur Depression, alles dabei. Der Tag hat 24 Stunden, so auch meine Phantasie: eine einzige Achterbahn der Gefühle. Immer wenn ich merke, dass es bergab geht, rufe ich z.B. eine Freundin an oder starte eine Videokonferenz mit meiner Familie.

Ich versuche an die Vorteile dieser bizarren Situation zu denken: 

Endlich kann ich den ganzen Tag gute Musik hören und das auch während meiner Arbeit.
Für Interessierte geht's hier zu meiner aktuellen Playlist

Ich schreibe und zeichne wieder.

Ewig aufgeschobene Punkte - wie der Frühlingsputz - werden jetzt erledigt und am allerbesten finde ich, dass ich mich in der Küche mal wieder so richtig austoben kann.



Deniz Wolfersberger
Digital-Media-Beauftragte am Sprachenzentrum der Universität Wien

Die gebürtige Istanbulerin und studierte Kunstgeschichtlerin ist der Kreativ-Kopf der Social-Media-Redaktion und widmet sich nebenbei vielen spannenden Projekten in der Kulturvermittlung.