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5 Fragen an Eva Mühlbacher

"Der Klick auf einen Sprachkurs kann dich auf einen Weg führen, der dir im Leben viel bedeutet."

Eva führte der Weg nach Italien, wo sie ihrer Leidenschaft nachging und in die deutsche Literatur eintauchte. Nicht nur als Germanistik-Studentin, sondern auch als Schriftstellerin.

Du hast bei uns Italienisch gelernt. Wann hast du damit angefangen und wieso?

Mit 14 Jahren war ich das erste Mal in Rom. Seitdem war es mein Traum, einmal in Italien zu leben. Daher habe ich während meines Studiums der Germanistik damit angefangen, am Sprachenzentrum Italienisch zu lernen. Meine Lehrerin war Claudia Salvigni. Ich habe alle Kurse von A1/1 bis B1/3 bei ihr gemacht.

Gegen Ende meines Masterstudiums der Germanistik verbrachte ich dann tatsächlich drei Monate in Rom. Ich absolvierte ein Praktikum in der „Casa di Goethe“. Das ist ein Museum an der Via del Corso in dem Haus, in dem Goethe gelebt hat, als er in Rom war.

Dort war ich ständig von Literatur umgeben und in der Bibliothek dort schrieb ich auch die ersten Zeilen meines Romans.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Roman zu schreiben und worum geht es darin?

Der Titel des Romans ist "Der Momentesammler".

Die Idee dazu kam mir ebenfalls in Rom. Ich hatte die Empfehlung bekommen, einen bestimmten Park zu besuchen. Ich folgte der Wegbeschreibung, aber der Park in dem ich mich wiederfand, glich irgendwie gar nicht der ursprünglichen Beschreibung.

So hatte ich irgendwie das Gefühl, mich auf eine Reise zu begeben und die Tür zu einer Fantasiewelt zu öffnen. Genau das inspirierte mich. So ist auch der Roman aufgebaut. Er spielt auf mehreren Ebenen. Emma, die Protagonistin, begibt sich auf eine Reise durch ihre Fantasie. Dort trifft sie auf verschiedene Schriftsteller wie Goethe oder Shakespeare. Von allen lernt sie etwas über das Geschichtenerzählen und Schreiben.

Im Hof der Casa di Giulietta trifft sie zum Beispiel auf Shakespeare und es ist genau dort, wo sie beginnt, die Regeln Ihrer eigenen Erzählung zu begreifen.

Du warst ja später auch in Verona und hast in der Casa di Giulietta die Briefe beantwortet, die aus aller Welt an Shakespeares Julia geschrieben werden.
War es für dich auch so, dass du in dem Moment die Regeln deiner Erzählung erkannt hast?

Ja, in gewisser Weise schon. Der Prozess des Schreibens ging über mehrere Jahre und ich habe währenddessen immer dazu gelernt. Denn das Schreiben fand in der Casa di Giulietta eine neue Bedeutung: ich half Menschen, die sich an Giulietta wandten und sie um Rat fragten. Meine Worte hatten dadurch für jemanden eine besondere Bedeutung.

Manche Absender*innen stellten literarische Fragen, andere wollten einen konkreten Rat und bei manchen war nicht ganz klar, ob Sie den Brief überhaupt ernst gemeint hatten. In manchen Fällen kam sogar alles zusammen.                                                                                                              

Und nun willst du nicht nur Bücher schreiben und Briefe beantworten, sondern auch noch Blogbeiträge für das Sprachenzentrum verfassen?

Ja, genau :)

Es soll eine Blogserie sein, in der es um die deutsche Sprache an sich geht.

Da ich auch in der Erwachsenenbildung tätig war und mir diese Arbeit viel Spaß gemacht hat, liegt es mir sehr am Herzen, ein Bild der deutschen Sprache zu vermitteln, das sich von Deutsch als „mühsam, sperrig, langatmig“ unterscheidet.

Du hast ja auch schon eine konkrete Idee für diese Serie, möchtest du sie kurz vorstellen?

Gerne, der Titel der Serie lautet: „Von Pferden, die auf Zehenspitzen zu Apfelbäumen tänzeln“.

Er zeigt schon, was mir daran wichtig ist: es geht um Gestaltung.

Konkret geht der Beitrag auf einen meiner Beiträge in einem Schreibseminar zurück, das ich an der University of Cambridge absolvierte, als ich dort studierte, und für das ich ausgezeichnet wurde. Ja, ich verfasste die Texte auf Englisch und nein, es hat nicht von Anfang an toll funktioniert. Aber es gab mir einen neuen Blick auf die Sprache, in der ich mich ausdrücken wollte.

Und ich begriff: es geht darum, Bilder zu erschaffen. Dieses Schaffen von sprachlichen Bildern ist der Ursinn einer Sprache – und vor allem anderen macht es Spaß!

Ich freue mich also darauf, von jetzt an hier schreiben zu dürfen und darauf, die Leser*innen mit mir gemeinsam die deutsche Sprache entdecken.

Wir freuen uns auch schon auf deinen ersten Beitrag, der Ende März hier veröffentlicht wird. 

Herzlichen Dank für das Interview!


Das Interview führte Verena Ngantchun für das Sprachenzentrum.

Der Roman heißt "Der Momentesammler" und ist im Arovell Verlag erschienen.

Evas Geschichte könnt ihr auch im Rise Karrieremagazin von Uniport – dem Karriereservice der Universität Wien nachlesen.

Hinweis der Redaktion:
Die für 26. März 2020 geplante Lesung mit Eva Mühlbacher mussten wir aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen betreffend COVID-19 leider absagen.
Wir werden das sicherlich nachholen :)